Es gibt da diese eine Geschichte. Ihr kennt sie alle. Sie läuft in Dauerschleife auf allen Kanälen. Sie wird von morgens bis abends erzählt, nachgebetet, zelebriert. Die Wissenschaft sagt. Die Experten fordern. Die Faktenlage ist eindeutig. Wer widerspricht, ist ein Ketzer. Willkommen im Zeitalter der einen Geschichte.
Und wie bei jeder guten Geschichte gibt es klare Rollenverteilungen: Die Guten, die Wissenden, die Erleuchteten auf der einen Seite. Die Ignoranten, die Unbelehrbaren, die Verblendeten auf der anderen. Feindbilder sind wichtig, denn ohne Bösewichte gibt es keine Spannung.
Das Problem: Es ist eine ziemlich schlechte Geschichte. Schlechte Dramaturgie, langweilige Charaktere, vorhersehbare Handlung. Sie beginnt immer mit der Warnung vor einer großen Gefahr, dann folgt die heldenhafte Intervention der „richtigen“ Leute, und am Ende – Überraschung! – braucht es mehr Kontrolle, mehr Gesetze, mehr Einschränkungen. Happy End für den Staat, Cliffhanger für die Bürger.
Aber wehe, jemand mag diese Geschichte nicht. Wehe, jemand will eine andere hören, geschweige denn eine andere erzählen. Dann wird es heikel. Dann bist du kein Erzähler mehr, sondern eine Bedrohung. Dann bist du entweder ein Spinner oder ein Verschwörer, ein Hetzer oder – ganz schlimm – ein Querdenker.
Geschichtenmonopol: Die Deutungshoheit der Meinungsmacher
Dabei ist es doch so einfach: Wenn eine Geschichte gut ist, dann hören ihr die Leute freiwillig zu. Gute Geschichten setzen sich von selbst durch. Niemand musste Märchen verbieten, damit sie erzählt wurden. Niemand musste die Bibel durch ein „Faktencheck-Team“ absichern. Geschichten, die etwas in uns berühren, verbreiten sich von allein.
Aber genau das scheint der Punkt zu sein: Die eine Geschichte, die uns heute aufgezwungen wird, würde ohne Zwang nicht überleben. Sie braucht staatliche Förderungen, Medienkampagnen, Algorithmen, die sie nach oben spülen. Sie muss als alternativlos erklärt werden.
Und wenn du sie trotzdem nicht magst? Dann bist du das Problem. Dann wird nicht gefragt, warum diese Geschichte nicht überzeugt, sondern warum du nicht überzeugt bist. Dann bist du nicht kritisch, sondern gefährlich. Dann sollst du lieber schweigen, denn deine Worte sind eine Bedrohung für die große, schöne Erzählung.
Das Recht auf eigene Geschichten
Aber Moment mal. Wenn doch Meinungsfreiheit herrscht, wenn doch Vielfalt so wichtig ist – warum dann diese hysterische Reaktion auf alternative Erzählungen? Warum diese Angst vor anderen Perspektiven?
Ich sage: Erzählt eure Geschichten. Erzählt sie laut, erzählt sie klug, erzählt sie unterhaltsam. Wer sie nicht hören will, muss nicht zuhören. Wer sie nicht glauben will, kann sie ignorieren. Aber niemand hat das Recht, eure Geschichten auszulöschen, nur weil sie ihm nicht gefallen.
Denn die Wahrheit ist: Die eine Geschichte, die uns serviert wird, ist nicht „die Wahrheit“. Sie ist ein Narrativ, ein Versuch, die Welt in eine bestimmte Form zu pressen. Aber die Welt lässt sich nicht in eine Form pressen.
Unsere Geschichte – und warum du sie mitschreiben solltest
Und genau deshalb erzähle ich meine eigene Geschichte. Die Geschichte, die für mich am meisten Sinn ergibt. Die Geschichte, die ich am liebsten hören würde. Weil sie mich inspiriert. Weil sie eine Zukunft zeigt, die ich für möglich halte. Weil sie keine Angst macht, sondern Mut. Weil sie nicht lähmt, sondern antreibt.
Und weißt du was? Diese Geschichte erzähle nicht nur ich. Sie ist längst viel größer. Sie wird von Tausenden erzählt, von Autoren, Denkern, Filmemachern, Unternehmern. Von Menschen, die etwas bewegen.
Wenn dir diese Geschichte auch gefällt – dann erzähl sie weiter. Erzähl sie mit. Bring deine eigene Perspektive hinein. Schreib das nächste Kapitel. Denn das ist es, was echte Geschichten tun: Sie wachsen. Sie verändern sich. Sie inspirieren. Und sie können eine ganze Welt neu gestalten.
Also, worauf wartest du?