Die Idee klingt verlockend: Fleisch aus dem Labor, ohne Tiere, ohne Weiden, ohne Landwirtschaft. Eine neue Studie mit dem Titel „Reassessing the sustainability promise of cultured meat“ hinterfragt, ob kultiviertes Fleisch tatsächlich so nachhaltig und gesund ist, wie es oft dargestellt wird. Doch die eigentliche Frage ist: Warum sollte man überhaupt so weit gehen, ein derart hochverarbeitetes Produkt als „Fortschritt“ zu feiern?
Laborfleisch: High-Tech, hochsubventioniert, hochproblematisch
Die Studie analysiert zwei Hauptaspekte: die Nährstoffqualität und die Ökobilanz. Das Ergebnis? Kultiviertes Fleisch ist weder ernährungsphysiologisch noch ökologisch ein klarer Fortschritt.
Ernährungsphysiologisch ist es schlichtweg ein Kunstprodukt. Ohne künstliche Anreicherung bleibt es weit hinter echtem Fleisch zurück. Vitamine, Mineralstoffe, gesunde Fette? Die müssen nachträglich zugesetzt werden – genau wie bei ultra-verarbeiteten Industrieprodukten.
Ökologisch bleibt Laborfleisch eine Energie- und Ressourcenfalle. Bioreaktoren, synthetische Nährlösungen und industrielle Zellkulturen sind keine nachhaltige Alternative zur Natur, sondern eine technokratische Ersatzlösung für ein Problem, das durch Industrialisierung erst entstanden ist.
Warum diese Wette auf Laborfleisch? Kontrolle statt Dezentralität
Die Frage, die Hochkultur.org interessiert, ist jedoch nicht nur: „Funktioniert das?“, sondern: „Warum wird das so massiv gepusht?“ Die Antwort liegt auf der Hand: Laborfleisch ist ein Produkt der zentralisierten Kontrolle.
Es passt perfekt in eine Zukunft, in der Konzerne und Staaten bestimmen, was wir essen sollen – und vor allem: was wir nicht mehr essen dürfen. Dezentrale, freie Landwirtschaft? Unberechenbar. Unkontrollierbar. Kultiviertes Fleisch hingegen ist das Gegenteil: Es wird in Fabriken unter sterilen Bedingungen hergestellt, standardisiert, patentiert, besteuert, reguliert und – wenn nötig – rationiert.
Genau hier liegt der Knackpunkt: Wenn echte, natürliche Lebensmittel erst als schädlich verteufelt und dann durch „innovative“ Industrieprodukte ersetzt werden, ist das nichts anderes als eine weitere Monopolisierung der Nahrungsmittelproduktion.
Das eigentliche Problem: Die industrielle Landwirtschaft – nicht das Fleisch selbst
Laborfleisch ist nicht die Lösung, sondern die nächste Eskalationsstufe einer gescheiterten Agrarpolitik. Die Massentierhaltung ist ein Problem – keine Frage. Doch nicht, weil Fleisch grundsätzlich schlecht ist, sondern weil industrielle Tierhaltung mit Mais, Soja und Monokulturen die Umwelt zerstört. Die Lösung? Regenerative Weidewirtschaft, kleinbäuerliche Betriebe, und ein freier Markt für echte Lebensmittel.
Die Zukunft gehört nicht den Laboren, sondern den freien Menschen, die selbst entscheiden, was sie essen – und vor allem: wo es herkommt.