Es gibt viele Theorien darüber, was Bitcoin gefährlich werden könnte. Regulierung? Ach was, Bitcoin ist ein dezentrales Netzwerk. Verbote? Klar, und die Leute halten sich dann auch bestimmt alle daran, genau wie beim Alkohol in der Prohibition oder bei Drogen. Quantencomputer? Ja, ja, kommt bestimmt morgen, und die Bitcoin-Miner verpassen das dann natürlich. Nein, die wahre, die einzige wirkliche Bedrohung für Bitcoin ist eine viel exotischere Spezies: ein funktionierender Staat.
Ein Staat, der wirtschaftlich klug handelt, seine Währung stabil hält, langfristig plant, Schulden diszipliniert abbaut und die individuellen Freiheiten seiner Bürger respektiert – das wäre eine echte Konkurrenz für Bitcoin. Denn wenn Geldpolitik tatsächlich im Sinne der Menschen funktionieren würde, wenn das staatliche Geld nicht inflationär entwertet würde, wenn das Steuersystem fair und transparent wäre, dann bräuchte man vielleicht tatsächlich keine Alternative wie Bitcoin. Vielleicht, ganz vielleicht, würde ein solcher Staat seine Bürger sogar so behandeln, dass sie ihm freiwillig vertrauen und ihm nicht mit ihrem Kapital in eine dezentrale Parallelökonomie entfliehen müssten.
Doch die Vorstellung eines funktionierenden Staates ist ungefähr so realistisch wie die eines veganen Wolfsrudels. Sie klingt in der Theorie hübsch, existiert aber nirgends in der Natur.
Warum ein funktionierender Staat ein Oxymoron ist
Die MMTler (Modern Monetary Theory-Anhänger) träumen davon, dass der Staat unendlich Geld drucken kann, ohne dass es Probleme gibt – sofern der Staat gut wirtschaftet und nicht korrupt ist. Ha! Genauso könnte man sagen: Ein Flugzeug kann unbegrenzt ohne Treibstoff fliegen – sofern die Gravitation ausgesetzt wird. Ein funktionierender Staat ist nicht einfach nur selten. Er ist eine systemische Unmöglichkeit, weil Macht korrumpiert und weil das Wesen des Staates darin besteht, sich immer weiter auszudehnen.
Jede Regierung beginnt mit dem Versprechen der Vernunft und endet mit der Druckerpresse und dem Enteignungshebel. Historisch gesehen ist das die einzige Konstante in allen Staatsformen: Inflation, wachsende Bürokratie, zunehmende Kontrolle, Schuldenberge. Und wenn sie dann kollabieren (was sie immer tun), dann kommt die nächste Regierung und verspricht, diesmal alles besser zu machen – um denselben Zyklus von vorne zu starten.
Es gibt also kein einziges Beispiel in der Geschichte, wo ein Staat seine Währung langfristig stabil gehalten hätte, ohne am Ende doch wieder Geld aus dem Nichts zu erschaffen, um seine eigenen Fehler zu kaschieren. Und genau deshalb gibt es Bitcoin.
Bitcoin ist keine Lösung für ein funktionierendes System – sondern für das echte System
Bitcoin wurde nicht geschaffen, weil sich jemand dachte: „Ach, wir brauchen eine coolere Währung für die Zukunft.“ Nein, Bitcoin wurde als Antwort auf das Versagen der Staaten geboren. Es ist die Fluchtmöglichkeit aus einem System, das immer in dieselben Muster verfällt: Schulden, Enteignung, Manipulation.
Die USA hatten bis 1971 den Goldstandard. Europa hatte stabile Währungen – bis zur Einführung des Euro, der seitdem mehr an Kaufkraft verloren hat als ein Sommer-Eis in der Sonne. Argentinien, Venezuela, Türkei, Zimbabwe – überall dasselbe Spiel. Und die Leute? Sie rennen immer wieder in alternative Währungen, wenn der Staat ihr Geld ruiniert. Früher war das Gold oder der US-Dollar, heute ist es Bitcoin.
Warum Bitcoin keine Konkurrenz für einen funktionierenden Staat ist (und das niemals sein wird)
Bitcoin kann nur eine Konkurrenz sein, wenn es überhaupt etwas gibt, womit man konkurrieren kann. Ein „perfekter Staat“ würde Bitcoin überflüssig machen, aber er würde auch Zentralbanken, Gelddrucken und Steuern überflüssig machen. Ein perfekter Staat würde den Menschen dienen, anstatt sie zu verwalten. Ein perfekter Staat würde freiwillige Märkte ermöglichen, anstatt sie zu regulieren. Ein perfekter Staat würde Geld nicht manipulieren, sondern es den Menschen überlassen.
Ein solcher Staat würde aber eben kein Staat mehr sein, sondern ein freiwilliges Netzwerk aus freien Menschen. Und wenn das der Fall wäre – tja, dann würde wahrscheinlich sowieso Bitcoin als freies Marktgeld überleben, weil niemand mehr gezwungen wäre, ein bestimmtes Geldsystem zu benutzen.
Also ja: Die größte Gefahr für Bitcoin ist ein funktionierender Staat.
Aber weil ein funktionierender Staat ein Widerspruch in sich ist, wird Bitcoin bleiben.